Frühkastration

Frühkastration – Das sollten Sie wissen

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Ansteigende Anzahl der Katzen

Seit Jahren nimmt die Anzahl der Katzen zu, wodurch die Tierheime und Tierschützer überlastet sind. In Deutschland werden jedes Jahr 500.000 Katzenwelpen nach der Geburt getötet, von den überlebenden Tierchen sterben in den ersten Wochen noch einmal die Hälfte aufgrund von Würmern und Krankheiten. Die Kastration ist eine sehr häufig durchgeführte Operation und damit auch Routine für einen Tierarzt. Viele Katzenbesitzer halten eine Kastration dennoch nicht als nötig, denn wenn die Kätzin ungewollt trächtig wird, werden die Katzenwelpen einfach verschenkt. Oft enden sie dann als traurige Wohnungskatzen, die von unwissenden Menschen gehalten werden. Viele Kätzchen werden zu früh von der Mutter und den Geschwistern getrennt, sodass sie kein normales Sozialverhalten lernen können. Wenn sie sich störend verhalten, werden sie dann ausgesetzt oder im Tierheim abgegeben. Allein aus Gründen des Tierschutzes sollte man seine Katze also kastrieren lassen.

Geschlechtsreife der Katze

Heute ist eine Katze mit durchschnittlich fünf Monate geschlechtsreif, weibliche Katzen, die im Herbst geboren wurden, sind sogar noch früher geschlechtsreif, nämlich mit drei bis fünf Monaten. Dagegen ist die Entwicklung des Tieres erst mit 12-14 Monaten abgeschlossen, bis dahin könnte es jedoch schon drei Würfe bekommen haben. Bereits acht Wochen nach der Geburt wird eine Katze wieder rollig und kann somit bereits wieder trächtig werden, während sie noch die Welpen aufzieht.

Gesundheitliche Prävention durch Kastration

Frühkastration bedeutet, dass das Tier vor dem Beginn der Geschlechtsreife kastriert wird, dies ist medizinisch betrachtet durchaus sinnvoll. Wenn die Katze nie rollig war, ist das Risiko von Gebärmutterkrebs und auch anderen Krebsarten sowie hormonellen Krankheiten deutlich verringert. Unkastrierte Katzen im mittleren Alter bekommen häufig Zysten oder eine Gebärmuttervereiterung, die, wenn sie unbemerkt bleibt, zum Tode führt. Das Leben des Tieres wird dadurch um die Hälfte verlängert, denn Katzen, die häufig trächtig werden, haben unter anderem durch den Stress der Rangordnungskämpfe, das erhöhte Infektionsrisiko durch den Biss in den Nacken von einem Kater und die Anstrengung durch die Geburten ein deutlich kürzeres Leben. Außerdem kann eine ungewollte Schwangerschaft des Tieres mit fünf oder sechs Monaten verhindert werden. Jede Trächtigkeit beinhaltet das Risiko einer Schwergeburt, daran kann die Kätzin sterben. Diese Schwergeburt entsteht beispielsweise, wenn das Tier ein enges Becken hat oder die Jungen übergroß sind. Besonders bei jungen Katzenmüttern ist das Risiko einer Schwergeburt deutlich höher, weil sie selbst noch nicht ausgewachsen sind. Wenn die Katze unkastriert ist und zum Schutz vor einer ungewollten Trächtigkeit in der Wohnung gehalten wird, wird sie dauerhaft rollig. Wenn sie jedoch Freigang hat, wird sie nicht nur trächtig, sondern die Gefahr einer Infektion ist auch erhöht durch den Nackenbiss, also den Paarungsbiss des Katers.

Forschungsergebnisse

Durch Langzeitstudien wurde herausgefunden, dass mit sieben Wochen kastrierte Katzen nicht größer bzw. kleiner oder dicker bzw. dünner wurden als die, die bereits nach dem Eintritt der Geschlechtsreife kastriert wurden. Auch ist eine frühe Kastration nicht verantwortlich für die Entstehung von Harnwegkrankheiten. Einige Katzen nehmen nach der Kastration an Gewicht zu. Tatsächlich ist der Umsatz des Tieres niedriger, da es keine Hormonzyklen mehr hat. Als Folge daraus benötigt die Katze jetzt nicht mehr die gleiche Menge Futter. Es ist jedoch ein Ammenmärchen, dass das Tier jetzt träge wird, auch kastrierte Katzen haben noch viel Spaß an Spiel und Bewegung. Ein weiteres Ammenmärchen ist, dass unkastrierte Katzen bessere Mäusefänger wären. Dies liegt bei allen Katzen in der Natur und hat mit einer Kastration somit nichts zu tun. Was man dagegen schon sagen kann, ist, dass unkastrierte Katzen weniger verspielt und viel aggressiver sind.

Kastrationszeitpunkt

Da viele Katzen bereits im Alter von vier bis fünf Monaten geschlechtsreif werden, sollte man sie vorher kastrieren lassen. Der beste Zeitraum ist zwischen dem dritten und vierten Monat. Dieser Zeitraum bietet viele Vorteile. Die Operation ist nicht nur kürzer, sondern auch einfacher, da die Keimdrüsen noch nicht vom Fettgewebe überdeckt werden. Daraus folgt, dass es weniger Blutungen und Komplikationen gibt. Die Narkose ist auch kürzer und wird von dem Tier besser vertragen. Meistens ist die Katze bereits zwei Stunden nach der Operation wieder fit. Die Narbe ist klein, sodass die Katze schneller wieder komplett fit ist, da auch die Wunde schneller heilt. Außerdem ist das Risiko von Gebärmutterkrebs oder auch anderen Arten von Krebs sehr viel geringer, da die Katze nie eine Belastung durch Hormone erfahren hat. Insgesamt kann man also sagen, dass die Frühkastration nur gesundheitliche Vorteile bietet.