Inzucht - Wieviel Inzucht bei einer Maincoonkatze sein darf?

Inzucht – Wieviel Inzucht darf bei einer Maine Coon Katze sein?

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Der Begriff Inzucht, oder auch Rückverpaarung, gilt als negativstes Beispiel bei der Zucht von Rassekatzen. Bedeutet es doch, dass sehr nahe Blutsverwandte miteinander verpaart werden. Je näher dabei die Verwandtschaft der Tiere, desto enger der Inzuchtgrad. Wenn die Inzucht länger fortgeführt wird, steigt die Möglichkeit, gewünschte Merkmale zu erhalten. Allerdings festigen sich so auch eventuelle Gendefekte. Jedoch ist der Ruf der der Inzucht schlechter, als das Mittel an sich.

Das schlechte Image der Inzucht bei Katzen rührt zum Beispiel daher, das Rassetiere oft wahllos miteinander verpaart werden, um Nachkommen zu erhalten. Gerade bei Main Coon ist das recht lukrativ. Ist der Absatz doch nahezu garantiert. Denn wer möchte nicht gern einen sanften Riesen mit charakteristischem Aussehen und ruhigem Wesen im Wohnzimmer haben. Bei dieser Vermehrungsform wird oft weder auf den Verwandtschaftsgrad, noch auf den Rassestandard geachtet. Selbst gesundheitliche Probleme, die bei dieser Rasse auftreten können, werden durch wahllose Inzucht noch verstärkt. Gewissenlose Vermehrer bedienen sich dieses Mittels, um Tiere zu erhalten, die optischen Wünschen entsprechen. Sie achten dabei eher nicht auf die Gendefekte, die damit einher gehen können. Denn dem Kätzchen sieht man meist nicht an, welche Gesundheitliche Risiken es in sich trägt. Die so entstandenen Jungtiere werden dann als Rassekatzen teuer verkauft und sind so eine gute Einnahmequelle. Main Coons brauchen ca. 3 Jahre bis sie ausgewachsen sind und sich erste mögliche Nachteile der Inzucht bemerkbar machen. Die Unwissenheit der Käufer ist hier der Vorteil der Anbieter.

Der Genpool

Nun ist der Genpool bei Main Coon relativ klein. Würde man verschiedene Stammbäume, völlig unterschiedlicher Herkunft, miteinander vergleichen, so stellt man alsbald fest, dass die meisten Tiere irgendwie miteinander verwandt sind. So werden sich die gemeinsamen Vorfahren, je weiter zurückgegangen wird, von Generation zu Generation häufen. Nur 5 Tiere, die so genannten Top 5, bilden den ursprünglichen Ausgangsgenpool. Bei der Zucht oder Inzucht muss deshalb genauestens darauf geachtet werden, dass die Vielfalt der Gene erhalten bleibt.

Erbkrankheiten

Die Main Coon ist eine der größten anerkannten Rassekatzen. Sie zählt zu den Waldkatzen und gilt als sehr robust. Allerdings kann sie auf Grund ihres Gewichtes, und ihrer imposanten Größe die Veranlagung zu einigen Krankheiten mitbringen. Manche Erbkrankheiten haben sich auch über die Zucht eingeschlichen. So sind Gelenkprobleme wie Hüftgelenksdysplasie (HD), die Herzerkrankung Hypertrophe Kardiomyopathie (HCM) oder die Polyzystische Nierenerkrankung (PKD), zwar medikamentös behandelbar, aber nicht zu heilen. Durch gezielte Zucht oder auch Inzucht ist es möglich diese Gendefekte anzuzeigen und zu beheben.

Gefahren der Inzucht

Wird die Inzucht zu stark betrieben, kommt es zur Verringerung der genetischen Vielfalt. Dies wiederum führt dazu, dass die Rasse anfälliger wird. Krankheiten treten auf, und die Lebenserwartung der Tiere sinkt. Jeder Züchter muss deshalb die Ahnenlinien seiner Tiere genau kennen, um zu enge Verwandtschaft auszuschließen. Frisches Blut und damit neue Gene erhalten die Widerstandskraft der Main Coon– Rasse.

Die Verantwortung der Züchter

Doch ist Inzucht nicht gleich Inzucht. Im Gegenteil, sie kann auch gezielt genutzt werden, um die Rassemerkmale deutlicher hervorzubringen oder unerwünschtes weg zu züchten. Krankheiten können mit Hilfe der Rückverpaarung aus einer Linie entfernt werden, damit die Rasse gesund bleibt und gute Merkmale oder Eigenschaften dominant vererbt werden. Gezielte Inzucht ist also durchaus sinnvoll. In der Verantwortung des gewissenhaften Züchters liegt es nun, die Stammbäume der Zuchtkatzen genau zu studieren. Mit langjähriger Erfahrung und umfangreichem Wissen über die Genetik gelingt es gewünschte Merkmale fest zu verankern. Erfahrene Züchter kennen den Inzuchtfaktor ihrer Tiere und sind somit in der Lage mögliche Risiken auszuschließen. Mittels Rückverpaarung ist eine Linienzucht möglich. Hierdurch treten keine Krankheiten oder Gendefekte auf. Sie ist ein guter Indikator, um diese anzuzeigen. So können Tiere die nicht korrektes Erbgut mitbringen, aus der Zucht herausgenommen werden. Defektes Erbgut sieht man den Kitten nicht an, aber sie würden die Rasselinie schwächen und kranke Tiere hervorbringen. Diese Katzen sollten deshalb, vor dem Verkauf sterilisiert werden. Während Tiere, welche die besten Rassemerkmale aufweisen, die Zucht bereichern.